Nyande Guesthouse

 

auf Pulau Mansuar

Mit dem Besten anzufangen, ist vielleicht nicht das Klügste, aber es liegt nun mal auf unserer Route ganz am Anfang. Also starten wir im wunderschönen Nyande Guesthouse, beziehen einen der beiden coolen Wasserbungalows. Der Jetlag hat uns noch fest in seinen Klauen und lässt uns in den ersten beiden Tagen auch nicht wirklich viel Spielraum. Also tun wir vor allem einfach nichts J.

Aber immerhin, eine kleine Wanderung ins nächste Dorf steht an. „Geht einfach mit den Hunden, die führen euch schon hin", so lautet die Empfehlung. Und die beiden trotten auch brav vor uns her. Nur irgendwann, so rekapitulieren wir im Nachhinein, steht anderes auf ihrer Agenda, sie nehmen eine andere Route und wir landen mitten im unwegsamen Dschungel, von den Hunden keine Spur mehr. Nicht dass wir die Küstenlinie nicht dauernd sehen könnten, doch, wir sehen sind, sind auch gar nicht weit weg vom Dorf. Aber eben einfach ein paar hundert Meter zu hoch oben am Hügel. Das Blätterdach über uns fast geschlossen und unter unseren Füßen nur unwegsames Geäst. Christian verflucht lautstark die Hunde und geht mit einem Stecken voran, um damit alle Spinnennetze in Kopfhöhe vor uns wegzuräumen - was zumindest teilweise gelingt, So kämpfen wir uns schweißgebadet voran und verfluchen weiter die „süßen Hunde“. Nach ca 1 Std erreichen wir das Dorf, freudig laufen uns JJ und Meg entgegen!

Im Dorf gibt es nicht viel - eine Straßenzeile, alles recht aufgeräumt, eine Schule, eine Kirche, ein Shop mit Tütensuppen, Cookies und Waschmittel. Und gekühltes Bintang - das muss es jetzt unbedingt zur Belohnung sein. Die Menschen begegnen uns alle freundlich, ein gutes Gefühl. Wir beschließen, ein Boot für das Zurückkommen anzuheuern. Gleich ist jemand zur Stelle, der Preis passt und wir landen wieder an unserem schönen Steg an. Nächster Programmpunkt: Mittagessen. Wie gesagt, viel passiert hier nicht… 

Erst abends, wenn die Schwüle des Tages sich einem gut erträglichen Ende nähert, erwachen wieder Lebensgeister. Von meiner Liege auf der Veranda sehe ich ins schwindende Abendrot. Nicht ganz so farbenkräftig wie in der Regenzeit, eher blass, in hellblau und matt-rosa. Aber man kann nicht alles haben. Dafür besteht keine Gefahr, dass sich wieder kleine Schimmelpilze anlegen (so wie schon einmal). Es brandet die ganze Zeit ein wenig, plätschert so vor sich hin, der Wind ist angenehm, nicht kühl, eher sanft und streichelnd. Und die Nacht bringt zweifelsfrei weitere Erholung.

Die Schnorchelgänge am Hausriff geben schon einen ersten vagen Einblick, in welch fantastischer Gegend wir uns befinden. Da noch viele, ganz spezielle Spots auf uns warten, lassen wir uns mit dem Erkunden Zeit, machen vorerst keine Bootsausflüge mit, sind wir doch in vier Tagen schon selbst auf einem Tauchboot.

Eine Wanderung in die andere Richtung als jene ins Dorf, unternehmen wir noch. Ziel, sind ein Süßwassersee im Inselinneren und wieder eine Ansiedlung. Niemand sagt uns vorher, dass die Wanderung nur bei Ebbe möglich ist. Und nachdem Christian seine Turnschuhe zuerst unzählige Male ausgezogen hat, dann knietief mitsamt ihnen durchs Wasser geht, die Ränder auch unserer kurzen Hosen triefend nass sind, beschließen wir, umzukehren und es bei Ebbe nochmal zu versuchen. Zwei Gäste aus unserer Anlage haben mit besserer Ausrüstung durchgehalten, uns letztlich aber bestätigt, dass es sich nicht lohnt. Der See ist nicht zu erreichen, das Dorf gibt nichts her. Also blieb es bei einer kleinen Bewegungseinheit und sportlicher Betätigung, bevor wir uns wieder dem Nichtstun auf unserer Veranda hingeben. Wie flüssiges Türkis liegt der Südpazifik vor unserer Terrasse. Um uns herum nur Natur und das leise Plätschern der Wellen….