Bangkok

10 Tage haben wir nun "unsere" Insel genießen dürfen. Aber dann ist's auch genug und wir bewegen uns langsam Richtung Heimat. 5 Tage in unserem auch schon gewohnten Hotel am Chao Phraya sind der Abschluss. In BKK gibt es immer noch Neues zu sehen. Andere Abteilungen im Chatuchak Markt, wieder mal die großen Echsen im Lumphini Park besuchen, und erstmals am Klong Thoei Market - ein wirklich unglaubliches Erlebnis. Die unzähligen Stufen rauf auf den Golden Mount und ein paar Einkäufe (eine neue Elise und eine Osmo 360) mussten es sein. Freundlicher Weise gab es ein Upgrade in die Executive Suite und Lounge im obersten Stockwer mit fantastischem Ausblick vom Balkon und sogar liegend aus dem Bett!

 

 

Aber jetzt noch zum Klong Thoei Market:

Authentischer geht nicht mehr! Der größte Wet-Market Bangkoks, Versorgungszentrum für Einheimische aber auch Restaurants, 24/7 in Betrieb. Nicht umsonst tragen die meisten hier Gummistiefel. Man versucht alles zu kühlen, halt eben so lange bis das Eis sich in einem Rinnsal am Boden verteilt. Das macht dann alles richtig schmierig. Nur nicht ausrutschen also! Sonst könnte es nämlich passieren, dass man sich Aug in Aug mit einer Ratte wiederfindet, irgendwo unter den unzähligen Verkaufstischen oder zwischen den Türmen an Kisten und Kartons. 

Die Sinne sind gefordert - nämlich ausnahmslos alle! Keine zu hektischen Bewegungen, es könnte ein voll beladenes Moped vorbei rasen oder ein Essenswagen auf Rädern. Transportiert wird aber das meiste per Handkarren in riesigen Körben, die Transporteure mit nummerierten Shirts durch die Gänge manövrieren. Die größte Herausforderung besteht allerdings für unsere europäischen Nasen. Wonach es hier riecht? Undefinierbar, dafür aber streng und ständig wechselnd. Chilipasten, fermentiertes Gemüse in Töpfen, rohes Fleisch, viel Blut auf dem Boden, typischer Fischgeruch,  und dann wieder weht Korianderduft um die Ecke. Meine Augen erspähen plötzlich handtellergroße Tiere, deren Beine verknotet sind. Es sind Frösche, die am Rücken liegen. Sie leben noch - einige zumindest. Es gilt schließlich Frischequalität. Ein Hackbeil schlägt unermüdlich aufs blutverschmierte Holzbrett. Fleisch, das nicht zerhackt wird, hängt an Haken vom Gestänge. Huhn neben, Schwein, Rind neben Fisch, dazwischen Ente, Gans oder Frosch. 

Es wird Mittag und irgendwie werde ich trotz allem hungrig, was Christian gar nicht glauben kann. Aber wenn ich nicht rechtzeitig esse, schaltet mein Hirn auf Sparflamme und dann wird's schwierig mit dem Denken. Also einfach durch.... Bei gebratenen Nudeln mit Gemüse wird wohl nix schief gehen. 

 

Wie das mit der Kühlung überhaupt hier so funktionieren kann, ist uns schleierhaft. Auf den Tischen liegen Berge von Shrimps, die ihre erste Zeit logischer Weise auf einem Boot verbracht haben, bevor sie in Kisten verpackt auf den Markt gelangen. Hier werden sie wieder aufgeladen und auf Eis gebettet. Aber je später der Tag, desto mehr verabschiedet sich das Eis, auf dem sie liegen, bevor irgendwann wieder neue Blöcke geliefert werden. Vielleicht halt! Wie gesagt hier ist rund um die Uhr Betrieb. Es braucht schon eine Portion Asien-Affinität, um hier nicht gleich wieder Reisaus zu nehmen. Wir verbuchen es unter "erfahrungsreich" :).