Ramang Ramang

 

Es ist unglaublich schwül. Und nur mit 10 Minuten Zeitvorsprung sind wir beim Ausladen unseres Gepäcks einem Platzregen entkommen, der es im wahrsten Sinne gewaschen hatte. Wir befinden uns in Maros-Pankep, der zweitgrößten Karstregion der Welt. Unzählige Höhlen, die meisten noch unerforscht, dominieren die Region.

Daneben herrscht hier einfachstes Landleben. Hühner, Gänse, Enten, Ziegen und Kühe leben ein Leben frei auf den Straßen. Was heißt Straßen, hier gibt es nur einen einzigen asphaltierten Weg und ansonsten nur kleine Pfade zwischen den Reisfeldern und Fischteichen. Der Schmutz ist wieder mal schauderhaft und die ständige Feuchtigkeit zeigt ihre Spuren an jedwegem Material. Erwachsene wie Kinder sind sehr freundlich, das gibt ein gutes Gefühl. Und doch wirkt der viele Dreck mit jedem weiteren Tag auf mich abstoßender und dämpft auch ein bisschen die Stimmung. Alles ist feucht, fühlt sich klebrig an. Unser GH, das wir aufgrund der Empfehlung zweier Franzosen gewählt haben, wirkt einladend v.a. wegen seines  Besitzers, der ausgezeichnet Englisch spricht und uns freundlich begrüßt. Aber "einladend" wieder mal nur auf den ersten Blick. Erst verspätet bemerken wir, dass wir in einer echten Bretterbude gelandet sind. Die Zimmer wirklich nur durch einfache Holzwände getrennt, nach oben hin offen wie die alten Schul-Toiletten. Weiß der Kuckuck, warum uns das gar nicht aufgefallen ist. Wahrscheinlich weil wir es schlichtweg nicht erwartet haben! Jeder Pups, jeder Schnarcher, einfach alles durchdringt die Wände. Aber da Ramadan ist und wir direkt neben der Moschee wohnen, ist dar Ruf und das Gebet des Adan dermaßen laut, dass andere Geräusche darin völlig untergehen. Das Gebet erschallt 5 x täglich und beginnt morgens um 04.00 Uhr!!! Ich bin mittlerweile aber schon so perfekt im Wegfiltern unwichtiger Geräusche, dass ich trotzdem gut schlafen kann!! 

Mit dem Boot machen wir einen Ausflug entlang der kleinen Wasserkanäle inmitten der Karstlandschaft. Ein wirklich schöner Ausflug und wir haben sogar Glück mit dem Wetter. Nicht dass wir ähnliche Landschaften nicht schon gesehen hätten, beeindruckt diese doch sehr. Viele Mangroven, faszinierende Bambuswälder und dazwischen schiebt sich schwarzes Kalkgestein durchs Grün. Unsere Wanderungen im Verlauf zu fuß enden z.T im Morast, da der viele Regen manche Wege unpassierbar gemacht hat. Also es mir dann plötzlich auf einem rutschigen Waldstück die Füße wegzieht und ich unsanft auf der Seite lande, hab ich zugegeben einen kurzen Schock. Christian vielleicht sogar den noch größeren vor lauter Sorge um mich. Doch rasch bemerke ich, dass ich außer einer Schramme an den Händen nichts abbekommen habe. Fallen will gelernt sein!! Hätte aber auch böse ausgehen können, und ein Knochenbruch in dieser Gegend.....nein danke!! Wir verzichten daraufhin auf  die Höhle, die unser Ziel gewesen wäre. Vielleicht ist's auch gut so. Ein paar Tage später lesen wir einen Bericht von National Geographic, dass genau in diesen Wäldern der weltgrößte Python - 8m lang - gefunden wurde! Mein Ausrutscher war also vielleicht ein Zeichen :)

Die zwei Nächte waren OK, aber auch die Weiterfahrt ins Hochland von Toraja passt nun sehr gut. Freddy holt uns am nächsten Morgen ab und es geht 8 Stunden die recht mühsame, kurvige z.T. schlechte Straße  gen Norden nach Rantepao.