Or Mandira GH auf Piaynemo
Ein Blick hinter die Fototapete
Neue Insel, Neues Glück. Und es sieht gut aus. Wir nähern uns diesem Eiland aus dem Süden kommend an, die See ist heute gottseidank sehr ruhig und unsere Anfahrt von den Fam Inseln nicht sehr weit. Die Insel Piaynemo, die wir schon von unserem Tauchboot aus kennengelernt haben, hat neben der schönen Bucht auch einen schmalen sandigen Isthmus. Und genau dort liegt unser GH. Nach Osten wie Westen Meerzugang. Das erste Mal, seit wir in Raja Ampat sind, haben wir auch einen Sandstrand - das heißt, wir können uns wieder mal die Füße vertreten. Unsere Hütte ist wieder extrem einfach, hat aber erstmals Mandi und WC im Haus!! Gleich nach der Ankunft schließen wir uns den Nachbarn zu einem Schnorchelausflug an - wieder anders, wieder schön. Es liegt immer noch viel Schmutz herum, die Betreiber können kein Wort Englisch, Strom gibt es nur nachts und Internet gar nicht. Es gibt auch kein kaltes Bier, weil der Kühlschrank nicht funktioniert. Also, was ich sagen will, das ist hier kein "Rundum-Sorglos-Paket", das gibt es hier nämlich gar nicht. Die ganze Location spricht uns trotzdem rasch an. Man freut sich über Kleinigkeiten..... nette andere Gäste, Klo im Haus, am Nm grünen "Sponge-Cake" zum Café, endlich wieder mal richtig tolles Wetter, schönes Schnorcheln - und das war's dann auch schon. Neue Insel - neues Glück für 3 Tage durchaus gefunden......
Mit den Tagen müssen wir aber leider auch hier feststellen, dass das Bemühen der Gastgeber geradezu vernachlässigbar ist. Ohne Aufforderung passiert nichts, das Essen bleibt minimalistisch, die Kosten für Ausflüge sogar noch höher als anderswo. Strand und Hausriff sind wirklich schön, sonst verdient die Anlage leider keinen Preis. Es bleibt, so wie wir es bisher erlebt haben: Raja Ampat hat immer noch (auch wenn man schon erste Einbußen erkennen kann) über wie unter Wasser eine traumhafte Natur, sonstiger Komfort..... Fehlanzeige.
Ein Blick hinter die Fototapete
Nachdem wir nun oft auf ein "Paradies" angesprochen werden, in dem wir uns offenbar befinden, dazu ein paar Worte. Das "Paradies" zu definieren, bleibt ohnedies jedem selbst überlassen. Zu individuell sind die Bedürfnisse. Unsere Bilder vermitteln zwangsläufig den Eindruck eines paradiesischen Raja Ampats. Dazu nun aber nach 5 Wochen auch ein paar notwendige Ergänzungen. Der Blick aufs azurblaue Meer und auch die Unterwasserwelt ist fantastisch. Der tiefe Dschungel beeindruckt, das Gezwitscher der Paradiesvögel macht rasch deutlich, das hier ist kein heimischer Fichtenwald. Also alles erste Sahne. Nur, diese Aspekte sind nur ein Teil der Wahrheit, und auch mit deutlich Aufwand erarbeitet. Das Essen (in den Homestays - nicht am Schiff) ist einfachst, manchmal auch grauslich, und oft zu wenig. Den Blick in die "Küche" macht man besser nicht. Die Hütten sehr - sehr rudimentär, meistens auch sehr vernachlässigt. Die Menschen sind nur zum Teil freundlich, meist eher emotionslos. Ihr Bemühen um uns Touristen ist minimal, teils nicht vorhanden. Der Preis, den sie dafür verlangen, im indonesischen Vergleich sehr hoch. Der Müll vielerorts zeugt von Lethargie und Unwillen. Der Romantik dieser Einfachheit sind also deutliche Grenzen gesetzt. Das persönliche Wohlbefinden bedarf demnach einer großen Portion Asien-Erfahrung, einer weiteren Portion Genügsamkeit und v.a. einer riesigen Portion Humor und Gelassenheit.























































