Resumé Tauchschiff
Drift Dive
Resumè
Nun sind sie also vorbei unsere 10 Tage am Tauchschiff. Schön war's, auf jd. Fall! Erinnerungen, die sich in den buntesten Farben eingebrannt haben. Und es ist uns, nach kleinen Anfangsschwierigkeiten, gut gegangen. Das ist das Wichtigste. Der Respekt bleibt - maritimes Leben unter Wasser, im Grunde nicht für Menschen gemacht. Ein Fenster, das sich nur kurz für uns öffnen kann. Ja, und am Boot haben wir uns wohl gefühlt - die Crew war hervorragend, das Essen wahrscheinlich das Beste, das wir hier in Raja haben werden, die Tauchgruppe nett - geselliges Zusammensein mit Feuerwerk am letzten Abend inklusive. Ob wir's nochmal machen würden? Eher nicht. Aber ohne diese Tour wären wir nicht bis nach Misool gekommen - und das war den Aufwand 100% wert. Also war es richtig !!
Aber auch dieses Paradies geht verloren. Das viele Geld für den doch teuren Tauchtourismus versickert in korrupten Taschen und nicht im Umweltschutz. Viele kaputte Korallenfelder und unendlich Müll hinter den Kulissen, der dann später im Meer schwimmt, haben wir gesehen. Anker fallen auf Korallen, Fotografen stehen mit den Flossen auf der Suche nach dem besten Motiv mitten in den Korallengärten. Uns so verliert sich auch dieses Paradies zusehends dort wo wohl alles hingehen wird - in Auflösung.....sehr schade.
Drift Dive
Raja Ampat ist bekannt für starke Strömungen, das muss man wissen, damit muss man umgehen können. Die Oberfläche schwirrt, weil die Strömung so stark ist. Aber Strömung heißt viele Fische, viele Fische heißt vielleicht ja dann auch, the big guy zu sehen - das wäre natürlich ein Traum. Wir tauchen ins Blaue hinab. Auf ca 10m kommt ein Plateau, da wollen wir nahe dran entlang schwimmen, damit uns die Strömung nicht gleich weg treibt. Schon beim Abtauchen merke ich, dass heute etwas Muskelkraft erforderlich sein wird. Wir müssen zuerst ein Stück gegen die Strömung schwimmen, um unseren Zielpunkt anzusteuern. Also heißt es gleichzeitig sinken, Druckausgleich machen und stetig vorwärts paddeln. Ja, da gehen gleich mal einige Bar aus dem Tank. Unten angekommen, wird es nur bedingt weniger, es strömt weiter kräftig dahin. Bald lassen wir uns quasi rückwärts treiben, so können wir mit den Flossenschlägen etwas bremsen. Zwei richtig fetten Brocken ziehen an uns vorbei, knapp einen Meter lang, massiger Kopf, ich denke, wieder zwei Napoleons. Viel Zeit zum Betrachten bleibt mir nicht, die Strömung fordert, ein abruptes Anhalten - Fehlanzeige. Christian floatet mal rechts und mal links an mir vorbei, nur ein kurzes O mit unseren Fingern signalisiert, dass wir beide OK sind. Unser Guide klopft auf seine Flasche, macht uns klar, den Riffhaken raus zu holen, und sucht nach einem möglichen Felsen dafür. Es dauert, auch er saust nur so in der Strömung dahin. Christian nimmt bei ihm eine Zwischendurch-Luft-Anleihe, um dann nicht gegen Ende zu wenig zu haben. Die beiden hängen also am selben Haken, ich gleich daneben. Ich sehe, wie Christians Taucherbrille vibriert, sobald er den Kopf etwas dreht, die Blasen sausen nur so mit der Strömung nach hinten weg. Dummerweise wechselt die Strömung auch ständig ihre Richtung und so rutscht mein Haken aus der Verankerung. Ich hab's aber ohnedies kommen sehen, also auch rechtzeitig die Luft wieder aus meinem chacket gelassen, ein paarmal kräftig gestrampelt, um meine Position nicht ganz zu verlieren und mich wieder eingehakt. So baumeln wir letztlich alle fünf eine Zeitlang auf 15 m so rum und schauen den Fischen zu, wie sie ganz mühelos ihre Richtung wechseln und die Strömung genießen. Der große Manta fliegt leider nicht vorbei. So gesehen war alle Mühe umsonst, mehr war es ein mittleres Workout. Sobald wir unsere Haken lösen, geht es wieder dahin. Jetzt aber gleichzeitig langsam wieder nach oben, bis zu unserem Safty-Stop auf 5 m. Und dann, nach 3 Minuten wieder hinauf in unsere Welt. Das Fenster in den Ozean schließt sich vorerst nach 50 Minuten unwiderruflich für uns.
































