Lake Toba - größter Vulkansee der Erde

 

Der Toba-See zählt neben den Orang Utans zweifelsohne zu DEN Attraktionen auf Sumatra. Also nichts wie hin. Christian war natürlich schon vor mir dort, aber ich möchte ihn auch sehen – jenen gigantischen Vulkansee auf knapp 900 Meter Seehöhe. So irgendwann vor 74 000 Jahren ist dieser Supervulkan ausgebrochen und hat so viel Erdreich hinausgeschleudert, dass man damit den Mt. Everest zweimal wieder aufschütten hätte können. Dadurch hat sich die damalige Eiszeit derart stark verschlimmert, dass  alle heute lebenden Menschen zu Nachfahren von nur wenigen tausend Überlebenden geworden sind. Und  der verbleibende Schlund hat sich mit Wasser gefüllt.  Ja, und seither füllt sich auch die unterirdische Magmakammer wieder auf. Ich hoffe, wir können den Berechnungen trauen und eine neuerliche Eruption lässt noch viele tausend Jahre auf sich warten. Wenngleich die Geschichte erzählt, ein Drache wäre am Grund des 500 m tiefen Sees von einer Prinzessin angekettet worden und würde manchmal ganz schön an seinen Ketten rasseln. Ich bleibe wachsam!

 

So bleibt es also dennoch ein eigenartiges Gefühl, wenn man sich verinnerlicht, auf der Caldera eines Supervulkans zu spazieren bzw. auf der Insel inmitten seiner Magmakammer zu wohnen. Dort irgendwo liegt nämlich die Insel Samosir,  inmitten des riesigen Sees. Das Wasser ist sauber und lädt tatsächlich zum Schwimmen ein – aber leider nur 1 Mal, dann wird es einfach zu kühl. Die Regenzeit bringt hier auf 900 m Höhe kühle Luftmassen mit sich und überhaupt mutet es so gar nicht sommerlich an. Wir sind schon etwas genervt, weil es nicht nur täglich schüttet, sondern eben auch beträchtlich abgekühlt hat. Das beständig schlechte Wetter verfolgt uns ja schon seit wir auf Sumatra sind. Unsere SatelitenApp macht uns täglich deutlich, dass der Tiefdruckwirbel immer wieder genau über uns kreist. So bleiben die herrlichen Ausblicke auf den See leider im Dunst und Nebel versteckt und unsere Ausflüge beschränken sich auf wenige Stunden. Typisch hier sind die alten Batak-Häuser mit ihren mächtigen gebogenen Satteldächern. Sie erinnern uns an die Häuser der Toraja in Sulawesi. Es sind Holzskelettbauten, die traditionellerweise mit Stroh gedeckt werden. Aber der Zahn der Zeit nagt an allem und so sind sie heute meist mit Wellblech abgedeckt. Das Alte hat also seinen Glanz  verloren und das Neue wurde ohne jeglichen Charme auf die Schnelle hingezimmert. Wir sind insgesamt demnach eher enttäuscht und empfinden unseren Aufenthalt ein bisschen als „Zeit-Absitzen“ und auf Besserung wartend. Hier muss man also gegensteuern.  Unser Plan wäre es gewesen, nun weiter auf die Togian Islands bei Sulawesi zu reisen. Wir verwerfen dieses Unterfangen allerdings ob der teuren und mühsamen Anreise von Sumatra dorthin, und auch, weil wir befürchten, die Regenzeit könnte uns dort wieder zu mächtig in die Quere kommen. Nein – da muss es Besseres geben. Also buchen wir uns Flug, Minibus und Boot nach Thailand – dort ist das Wetter stabil. Am Weg dorthin, gibt`s noch einen kurzen 3-Tage-Stopp in Penang/Malaysien ….