Entlang der Atlantikküste

 

Taghazout

und

Essaouira

Wir übernachten in Taghazout. Bekannt in Surferkreisen, ist es für uns nur ein Zwischenstopp nun am Weg nach Norden. Viel Jungvolk versucht sich auf den eher mäßigen Wellen am Brett zu halten und chillt in den engen Gassen. Wir tun es ihnen nach, spazieren durch die Gassen, schauen aufs Meer, trinken Orangensaft und essen Pankake mit Amlu. Alles nett für einen kurzen Stopp, ein Tag reicht uns dann aber auch. Ein Highlight war der wirklich spannende Strohmarkt am Weg hierher. LKW's beladen wie Kunstwerke, Händler die sich gegenseitig unterbieten - ein wirkliches Schauspiel. Und so verschwindet so mancher Strohballen im Kofferraum oder auch im Innenraum eines PKW oder wird flugs mit dem Fahrrad heimgebracht. Zuletzt noch eine Wäsche für Styros - der letzte Wüstensand muss weg - jetzt wird es wohl keine Piste mehr werden.

Haben wir zuerst noch die Idee, ins Paradies Valley und zu den Imouzzer Wasserfällen zu fahren, so nehmen wir dann doch Abstand davon. Zu viele Täler lagen schon auf unserer Route und die Wasserbecken werden trocken oder traurig sein, so spärlich wie der Regen in letzter Zeit war. Wir beschließen, am Atlantik zu bleiben und abermals Essaouira anzusteuern. Und unsere Wahl war gut!

 

Essaouira hat den bestimmt entspanntesten Bazar ganz Marokkos. Aber das ist das geringere Highlight. Absolut unübertroffen ist der Fischerhafen! Immer wieder einen Aufenthalt wert. Nachts fahren sie mit ihren Booten raus, je nach Mond und Welle, spätestens bis 10.00  morgens kehren sie zurück. Dann wird Eis zu den Booten gekarrt und unter Deck gebracht, damit der fangfrische Fisch auch frisch bleibt. Ein Schauspiel für sich sind die alten Kutter - die Rauheit des Meeres hat bei ihnen, aber auch bei den Fischern, Spuren hinterlassen. Aber die Stimmung ist extrem entspannt, wir dürfen einfach überall rum spazieren.  Hier scheint jeder auf seine Rechnung zu kommen. Die Katzen sind dick und zufrieden, manche Möwe so ausgefressen, dass sie fast flugunfähig wird. Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis uns ein Möwenglück von oben erreicht. Jetzt zeigt sich die Sinnhaftigkeit der Kaputzenmäntel noch von einer ganz praktischen Seite. Wir essen wieder - wie damals – fangfrischen Fisch vom Markt direkt auf den Grill, und was davon dann übrig bleibt, bekommt die gierige Meute!! Nicht minder interessant ist der Spaziergang durchs ehemals jüdische Viertel oder entlang der alten Stadtmauern, geschützt vor der teils bedrohlichen Brandung, bevor es zu unserem perfekten Parkplatz in einer Parallelstraße zur Cornice zurück geht. Niemand hat uns kontrolliert, niemand wollte was von uns. Einfach perfekt.