Über Igmir und Aukerda
zu den
Bunten Steinen
Ein langer Schlag bringt uns nun von der Wüstenregion an den Antiatlas. Für 300 km brauchen wir 5,5 Stunden. Sogar für den LKW rekordverdächtig. Es geht an mehreren Dörfern mit sehr verfallenen Kasbahs vorbei. Trotz der ausgeprägten Trockenheit gibt es in den Oasen und Flüssen südlich des Atlas immer noch viel Wasser. Unser Ziel ist heute ein Campingplatz in Icht an der Südseite des Antiatlas. Tajine und Berberomelet begeistern mich wenig, Elke hat's geschmeckt, sagt sie J! Die Besichtigung eines verfallenen Dorfes zeigt die zerstörerische Kraft des letzten Erdbebens. Mit Bedacht wählen wir jene Bereiche, die wir wirklich betreten wollen. Klar ist alles abgestützt und dem Touristen zugängig gemacht, doch so ganz sicher sind wir uns dabei nicht. Die Häuser von fünf Familien sind dabei fast völlig kollabiert.
Von Icht geht es weiter durch die Schlucht von Igmir nach Norden. Vor 10 Jahren sind wir die Strecke schon einmal gefahren. Damals war das noch eine durchgehende Piste. Für den LKW Anfänger damals eine echte Herausforderung. Heute ist die Trasse auf sichereres Gelände verlegt, trotzdem ist die Strecke z.T. sehr steil und von den Wassermassen immer wieder in Mitleidenschaft gezogen. Unmengen an weggerissen Palmen und Auswaschungen säumen die Straße. Es ist eine wirklich wunderschöne Fahrt durch spannende Landschaft.
Auf halber Tagesetappe beschließen wir in den Aoukerda Canyon zu fahren. Auch diese Strecke ist nun geteert, aber durch die exponierte Lage sind auch hier immer wieder Arbeiten notwendig und es gibt ausgesetzte Stellen. Landschaftlich auf jeden Fall ein absolutes Highlight im Antiatlas.
Die Farben ändern sich mehr und mehr, langsam dominiert Zartrosa. Die Schroffheit bekommt weichere Konturen je näher wir dem Anti-Atlas kommen. Also ob ein Riese seine Murmelsammlung ausgeworfen hätte, dekorieren dann irgendwann glattpolierte Sandsteinkugeln die Ebenen. Kurz vor Tafraoute dann das Touristenhighlight: Die Bunten Steine. Die Steinhaufen, unterschiedlicher Formen, haben Farbe bekommen - der Mensch hat hier kräftig eingegriffen. Ein Eycatcher, zweifelsohne, er zieht Touristen an. Der belgische Künstler wollte die Kunst aus den Galerien näher zu den Menschen bringen. In diesem Sinne ein erfolgreiches Projekt. Der eigentliche Künstler bleibt für mich trotzdem die Natur. Abends finden wir einen genialen Standplatz am oberen Plateau über den Bunten Steinen. Herrliche Abendstimmung nach einem langen aber grandiosen Fahrtag! Wir verbringen hier zwei ruhige Nächte mit ausgiebigen Spaziergängen und ein bisschen "Büro-Arbeit".

























































