Die Weißen Dünen von Al Khalauf

und

... auf der Flucht ...

Es gibt wohl keine Reise wo nicht mit schöner Regelmäßigkeit jener Punkt eintritt der sich nur mit „ Ernüchterung „ beschreiben lässt . Nach den Regenorgien in Indonesien haben  uns nun auch hier im Oman die Wetter- und sonstigen Kapriolen fest im Griff.  Wir folgen aus Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten unserem Instinkt und unserem Gefühl und beobachten speziell in den Wadis das Wetter sehr genau. Es vergeht kein Jahr in dem nicht immer wieder unvorsichtige Touristen in zuvor noch staubtrockenen Wadis in den sich dann zu Tal wälzenden Wasser- und Geröllmassen ertrinken. Es muss nicht einmal unmittelbar an jenem Ort regnen an dem man sich gerade aufhält , es genügt ein Gewitter in den Bergen um talabwärts eine Sturzflut zu erzeugen. Immer wiederkehrende Warntafeln und Markierungsstangen weisen auf die drohende Gefahr hin . Wir möchten an einem wirklich schönen Platz tief im Wadi Beni Kahlid übernachten , haben schon das Zelt aufgebaut und uns eingerichtet als sich hohe Gewitterwolken beginnen aufzutürmen. Wir sind mit unserer Entscheidung noch zögerlich aber es beginnt zu dunkeln , erste Blitze zucken und als uns auch noch ein alter Beduine unmissverständliche Zeichen gibt hier abzuhauen zögern wir nicht und packen eilig zusammen . Nun in der Dunkelheit einen neuen Platz zu finden ist in dieser Geröllwüste nicht so leicht und so landen wir etwas abseits von der Haupstraße auf einer Schotterhalde . Wieder das Zelt aufgebaut – aber nun kommt der Sturm . Der Lichtkegel der Stirnlampe lässt uns glauben in einem Steinbruch gerade nach der Sprengung zu sitzen – so staubt es . In Windeseile sind Tisch , Sessel , Zelt , Schlafsäcke mit einer dicken Staubschicht überzogen – und wir natürlich auch . Also wieder zusammengepackt und los geht die Suche nun zu schon etwas fortgeschrittener Stunde nach einem Hotel , Guest house , Funduk – was immer – es gibt nichts . Nach vielen km und immer wieder fragen finden wir dann endlich ein schäbiges Guest house  - na wenigstens ein Dach über dem Kopf und ohne Staub .

Der nächste Tag soll uns an die schneeweißen Sanddünen von Al Khalauf  am Bilderbuchstrand bringen – so steht es wenigstens in unserem Reiseführer . Wir fahren mehrere hundert Kilometer durch buchstäbliches Nichts – an heruntergekommenen Strassendörfern vorbei um dann nachmittags an einem Strand anzukommen der einer Kloake gleicht . Die weißen Dünen sind schön und wir hätten auch einen schönen Platz zum zelten gefunden – wieder dieselbe Geschichte – starker Wind . Nun nicht Staub aber der kristallharte Sand peitscht gegen die Füße , fliegt in die Augen und im Nu sind wir und auch das Auto von einer weißen Sand / Salzschicht überzogen . Das geht also wieder nicht – nur hier gibt es im Umkreis von 150 km wirklich keine Bleibe die Zimmer  vermieten würde . Wir finden ein aufgelassenes Haus – ein Mittelding zwischen Bauruine und beginnender Müllkippe – aber einigermaßen  windgeschützt und fast ohne Flugsand . Wir bauen unser Zelt in einem Zimmer im oberen Stockwerk auf und verbringen eine – na sagen wir mal  - fast  - angenehme Nacht . Unser Plan ist mittlerweile etwas aus den Fugen geraten und wir beschließen nun nicht mehr weiter nach Süden zu fahren , die Gegend um Salalah auszulassen und drehen wieder nach Norden um. Die Fahrt geht durch konturlose Landschaften , die Straße ist durch den Sandsturm beinahe nicht zu sehen , alles verschwimmt und verschwindet in einem milchigen Grau . Reif für einen angenehmen Abend wollen wir nun noch einmal unser schönes Wadi aufsuchen – es ist Vollmond bzw. sollte sein – und wir freuen uns auf einen uns schon bekannten schönen Platz . Es kommt wie es kommen muss , wieder ziehen Wolken auf , die ortsansässigen Beduinen beginnen ihre Autos in höhere Geländelagen zu bringen , wieder empfiehlt man uns den Ort schleunigst zu verlassen , wieder bauen wir unser Zelt ab . Nur kommen wir diesmal nicht weg . Ein Sattelzug mit Caterpillar hinten drauf versperrt den einzigen Ausgang des Wadis . Schon suche ich nach Back up Lösungen wo wir für die Nacht sicher unterkommen könnten – nach 2 Stunden – es ist mittlerweile wieder stockdunkel – gelingt es dem LKW  seinen Caterpillar doch aus dem Weg zu schaffen und wir können wenigstens das Tal verlassen.  Nur diesmal haben wir vorgesorgt und uns schon vorher für alle Fälle eine Bleibe gesucht . Dort fahren wir jetzt auch hin und schlafen erst einmal  - denn – es reicht !!